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Unsere Geschichte  

Die geschichtliche Entwicklung des "Verkehrsverein Uelzen e.V."

Hundert Jahre Verkehrsverein Uelzen e.V.

„Bürger prägen ihre Stadt und ihr Umland“, betitelte Günter Bismark seine Ausarbeitung anlässlich des 75-sten Geburtstages des Verkehrsvereins Uelzen e.V. 1984 im „Heidewanderer“.

Sich kurz zu fassen und über 100 Jahre Vereinsarbeit zu schreiben, ist aufgrund der vielen Initiativen, Anlässe, Projekte nicht einfach. Mein umfangreiches Archiv gibt über sehr viele Ereignisse Auskunft, denn es spiegelt die überaus große Vielfalt des Vereinlebens wider.

„Die Geschichte des Verkehrsvereins“, so schreibt Günter Bismark weiter zu recht, „beinhaltet die Mitarbeit von Bürgern, die seit drei Generationen an der Entwicklung und am Aufbau des städtischen Gemeinwesens aktiv beteiligt waren.“
Es ist erstaunlich, mit welchem Schwung die 27 Bürger am 23. Oktober 1909 zur Übernahme der Aufgaben bereit waren und einen Verein gründeten. Die Ziele des Vereins mussten für die Bürger so überzeugend gewesen sein, dass bereits innerhalb von acht Wochen nach Gründung die Zahl der Mitglieder auf 261 anwuchs.

Für die Mitglieder der ersten Stunde hatte die Verschönerung unserer Stadt einen hohen Stellenwert. Am 3. Dezember 1909 wurde bei dem Königlichen Amtsgericht der Name „Verkehrs- und Verschönerungs-Verein Uelzen und Umgebung“ eingetragen.

Es wurden z.B. „Führer durch Uelzen und Umgebung“ in einer Auflage von 5.000 Stück entwickelt, man kümmerte sich um den Ausbau der Bahnstrecken nach Dannenberg und Braunschweig, empfahl den Bürgern, ihre Häuser mit Blumenschmuck zu versehen, sogar die Bemalung der Fassaden wurde mit einem Zuschuss von 200 Goldmark honoriert.
Besonders erwähnt werden muss hier der Gymnasial- und Zeichenlehrer August Scharlemann, der in den ersten 25 Jahren für die Führer und Prospekte verantwortlich zeichnete und der sich für Heimatschutz der Denkmäler und Altertümer einsetzte und sich dafür verdient gemacht hat. Dies waren die Geburtsstunden der „Museums-Abteilung“. Die Sammlung wurde damals in den Räumen des Gebäudes Bahnhofstraße 33 ausgestellt.

Mit der Aufstellung von Ruhebänken und der Einrichtung von
Wander- und Radwegen wurde der Stadtwald in Zusammenarbeit mit der Stadt- u. Forstverwaltung erschlossen. Hier ist Gymnasialdirektor Dr. Dieckhoff, selbst leidenschaftlicher Wanderer, als Förderer zu nennen, der 26 Jahre dem Verein vorsaß.

Die überregionale Werbung wurde als notwendig erkannt und man ging 1927 neue Wege, in dem auf Briefbögen und in Anzeigen das Klischee „Uelzen - das Tor zur Lüneburger Heide“ zum Qualitäts-Signum erhoben wurde. Im Oktober des gleichen Jahres organisierten z. B. Kaufleute, Handwerker und Gastronomen eine „Verkehrswoche“.
Man hat ca. 20. 000 Besucher gezählt!

In diesen Jahren nach der Wirtschaftskrise war der Verein besonders aktiv: Zu nennen sind hier z. B. ein Schaufenster-Wettbewerb, eine Kunstausstellung von heimischen und auswärtigen Künstlern im Clubhaus „Union“, eine Modenschau der Maßschneider, die 400- Jahrfeier der Reformation des Landes und die Einweihung des Luther-Denkmals.

Es folgte dann eine Zeit, in der die Arbeit des Vorstandes und der Mitglieder durch eigene Sorgen und Nöte geprägt war, so dass die Vereinsarbeit ins Hintertreffen geriet. Allerdings, ich zitiere noch einmal Günter Bismark: „Die ersten Wiederbelebungsversuche des alten Verkehrs- und Verschönerungsvereines Uelzen und Umgebung erfolgten im Januar 1948, als der Schrift- und Rechnungsführer, Weinhändler Hans Meyer, sich an die Stadtverwaltung wandte, damit sie auf Grund der bestehenden Satzung einen geeigneten Vorsitzenden benannte, um ihm die Vereinsführung dann zu übertragen.“

Nach der Wahl des Buchhändlers Hans Günter Matthias 1948 zum Vorsitzenden und dem nach Uelzen gezogenen Verlags- und Werbeleiters Hans E. Seidat wurde der Verein wieder aktiv. Es wurde nach neuen Wegen gesucht, die die volle Unterstützung von dem damaligen Ratsherren und Kulturausschussvorsitzenden Georg Kühl mit Rat und Tat fanden.

Erinnert sei an die Aktion Weihnachten 1950 „Uelzen im Märchenglanz“, eine Gemeinschaftsaktion mit der Uelzener Wirtschaft, den heimischen Künstlern, sowie des hiesigen Handwerks. Der NWDR brachte eine Reportage aus diesem vorweihnachtlichen Uelzen.

1952 folgte ein groß angelegter Fotowettbewerb, sowie die Aktion „Uelzen im Licht“. Das „Verkehrsbüro“ wurde im Kaufhof/Veerßer Straße eingerichtet, an dem Buchdruckereibesitzer Friedrich Becker maßgeblichen Anteil hatte.
In diese Zeit fällt auch die Gründung der „Arbeitsgemeinschaft der Verkehrsvereine des Kreises Uelzen“, die Peter Cordes mit Nachdruck forcierte und deren Vorsitzender er jahrelang war.

Herausragend ist die Herausgabe des „Ulenspiegel“, als Werbeschrift und kleine „Visitenkarte“ der Stadt Uelzen. Sie ist am 1. Dezember 1957 erstmals erschienen. Hans E. Seidat zeichnete jahrelang als Redakteur verantwortlich. Der Verkehrsverein war bis zur Einstellung, die der Verein allerdings nicht zu verantworten hatte, im Januar 2002 der monatliche Herausgeber.

Zum 50. Geburtstag 1959 wurde eine Festschrift von Hans E. Seidat herausgebracht, in welcher Ehrenmitglied Stadtoberinspektor a.D. Kurt König die fünfzigjährige Vereinsgeschichte dargestellt hat. Von vielen Helfern des Vereins wurde eine Fotoausstellung organisiert, die auf 185 Wandtafeln mit 467 Bildern in der Gegenüberstellung des zerstörten und wieder aufgebauten Uelzen zeigte.

Im Jahr 1963 begannen die ersten von insgesamt 40 Sitzungen des Denkmalausschusses, der sich mit der Verwirklichung der Idee von Peter Cordes, das „Ulenköper-Denkmal“, beschäftigte. Nach den sehr umfangreichen Diskussionen, der Prüfung der angefertigten Modelle, des Standortes und der Finanzierung, war es endlich soweit, dass am 6. Mai 1967 ein neues Wahrzeichen für Uelzen eingeweiht werden konnte. Bürger und Betriebe spendeten für dieses Denkmal 37.000 DM (!), eine wahrhaft große Bürgerinitiative.

Im Jahr 1968 und 1974 entfachte der Verkehrsverein mit einer Versammlung noch einmal die Diskussion um das bereits in den 50er Jahren geplante „Landwirtschaftsmuseum“.

Im Stadt-Jubiläumsjahr 1970 arbeitete der Verein in mehreren Ausschüssen mit, bzw. war er an der „Foto-Ausstellung“, der großen Fernsehschau “Allein gegen alle“, der „Fotografie einst und jetzt“, der „Landwirtschaftsschau“ und dem „Spiel ohne Grenzen“ mittelbar beteiligt.

Nach dem Erfolg des neuen „Ulenköper-Denkmal“ nimmt sich Peter Cordes gleich sein nächstes Objekt vor, das Wildgatter. Er wirbt unermüdlich um Spenden und realisiert sein Versprechen, einen Naherholungsraum für Familien und Kinder am Stadtwald zu schaffen. Durch Spenden und durch eine Lotterie konnten 1976 über 36.000 DM auf dem Konto verbucht werden. Gleich 1977 begannen die Vorbereitungsarbeiten dafür. Wir fühlen uns damit noch heute eng verbunden, haben Umwelt-Info-Tafeln aufstellen lassen und waren bei der Beschaffung der Uhus aktiv beteiligt.

1979 gibt Peter Cordes sein Amt als 1. Vorsitzender nach 25 Jahren an Jürgen Bode ab und wird als Dank für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Jürgen Bode und sein Stellvertreter, Johann-Christian Meyer, können auf gute Ergebnisse in der Vorstandsarbeit zurückblicken. In diese Zeit fallen auch die Entscheidungen und Finanzierungen zum „Museum der 50 Jahre“, der „Stadtplan-Info-Tafeln“, der 26 Objektbeschilderungen u.v.a.m. In den Vereinsunterlagen ist unter „1982“ vermerkt, dass die Errichtung des „Rauchhauses“ am Oldenstädter See mit 5.000 DM finanziell unterstützt wurde.

Im Jahre 1988 wird Weinkaufmann Johann-Christian Meyer zum 1. Vorsitzenden gewählt und verjüngt den kompletten Vorstand, der wiederum neue Akzente setzt.

In den Anfängen erschien 1987 auf einem Bogen ein kurzer Text, der die Besucher durch Uelzen führte. Mitglied Dr. Edgar Ring erstellte einen neuen Text, der mit aktuellen Bildern versehen zu einem farbigen Faltblatt wurde. Mittlerweile hat die Auflage eine Höhe von 140.000 Stück erreicht. Die Kosten wurden größtenteils von den Mitgliedsbeiträgen und der Stadt Uelzen getragen. Der Text des Rundgangs ist als in mehrere Sprachen übersetzt worden. Zeitlich parallel zu dieser Entstehung führten zunächst einige Mitglieder des Vereins Gäste durch unsere Stadt und zeigten die Sehenswürdigkeiten, bevor ausgebildete Gästeführer eingesetzt wurden.

Nach vielen vorbereitenden Sitzungen und Diskussionen konnte nach dem großen finanziellen Engagement des Vereins im Oktober 1987 das „Museum der 50er Jahre“ in der Schuhstraße eingeweiht werden. Doch der erwartete Boom von Gästen wie Uelzener Besuchern blieb aus.
Auch nach dem Umzug nach Bad Bevensen konnte leider das Museum nicht gehalten werden. Eine für den engagierten Vorstand enttäuschende Entwicklung.

Das Ulenköper-Denkmal und die grüßende Eule waren vor der Schaffung des Hundertwasser-Bahnhofes Mittelpunkt der Werbung für Uelzen. 1992 feierten wir am Denkmal groß das 25ste Bestehen.

Die Präsentation unserer Stadt in Veröffentlichungen erschien uns mangelhaft und nicht zeitgemäß. Darauf hin stellte der Vorstand 1992 exzellente Fotos von Sehenswürdigkeiten her, die in Form von Dias verschiedenen Verlagen zur Verfügung gestellt wurden. 1997, im Rahmen eines Foto-Wettbewerbes, riefen wir die Bürger der Stadt auf, mit ihrem Foto-Auge besondere Schönheiten von Uelzen festzuhalten.

Um ein weiteres Freizeit-Angebot für Uelzener und ihre Gäste vorzuhalten, wurden 1991 nach einer Idee von Rainer Schimmel, vier Wanderwege von insgesamt ca. 50 km geschaffen, die laufend von uns gepflegt werden. In den ersten Jahren wurden für Naturfreunde und Neugierige Führungen angeboten. 1993 entstand ein „Wanderführer“, der mit einer Auflage von 5.000 Stück an Gäste verteilt werden konnte. Die Wegebeschreibung sowie die dazugehörigen Karten können im Internet unter vv-uelzen.de abgerufen werden.

Unsere Vorstellung, am Königsberg wieder eine Heidefläche von ca. 1,5 ha entstehen zu lassen, scheiterte am Widerstand der Stadt und der Königsbergbewohner. Bereits in früheren Jahren beklagte man das Fehlen stadtnaher Heideflächen.

Auch die Planung, dort einen Aussichtsturm aufzustellen, scheiterte leider an den Kosten. In den Protokollen ist zu lesen, dass bereits in den Jahren um 1930 im Vorstand über das Aufstellen eines Aussichtsturmes diskutiert wurde.

Als eine unserer wichtigen Aufgaben sahen wir es an, Hinweisschilder für archäologische Denkmäler aufzustellen, gleichermaßen Info-Tafeln im Stadtwald, Straßenschilder, verdienten „Bürger“ gewidmet, usw.

Eine seit den 70er Jahren durchgeführte Post-Stempelwerbung musste aus technischen Gründen 1997 eingestellt werden. Der Name Uelzen wurde aber bis dahin in die ganze Welt hinausgetragen.

Unterstützung erhält 1998 die archäologische Abteilung des Museums in der alten Holdenstedter Mühle. Der Vorstand entschloss sich, die Kosten der Installation für die Beleuchtung von 5.000 DM zu tragen.
Außerdem spendete der Verein 2.400 DM für die Beleuchtung im Turmplateau von St. Marien, damit die Foto-Ausstellung über die Kirche „ins richtige Licht gesetzt“ werden kann. Auch die Verlegung des Goldenen Schiffes geht auf die Initiative des Vereins zurück.

In regelmäßigen Abständen unternimmt seit 1998 der Verein Heide-Exkursionen unter fachkundiger Leitung und widmet sich dem Thema Heide, Natur und Umwelt. Diese Unternehmung stößt auf große Resonanz.

2001 begannen die ersten Gespräche über die Planung eines „Uelzen-Verführers“, der alle relevanten Informationen und Anregungen für einen Uelzen-Besuch enthält. Idee und Konzept stammt von Rainer Schimmel und Johann-Christian Meyer, und als Partner konnte der Büttler-Verlag gewonnen werden. Die erste Ausgabe wurde 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sie kennen das „Windspiel“ von Waldemar Nottbohm in der Uelzener Bahnhofstraße? Eine Restauration war dringend erforderlich, die der Verkehrsverein finanzierte. Seit 2004 dreht es sich wieder und trägt seinen Namen zu Recht.

Sogar zu Arbeitseinsätzen stellen sich Mitglieder und Vorstand zu Verfügung, z.B. zum Säubern der Grabanlagen am Uelzener Hafen, oder zur Gemeinschafts-Mithilfe bei Arbeiten in der Ellerndorfer Heide.

Zum Schluss zitiere ich noch einmal Günter Bismark: “Ohne den Verkehrsverein mit seinen Mitgliedern, die sich freiwillig und ehrenamtlich zusammengeschlossen hatten, wäre Uelzen heute ärmer. Ständig neue Impulse, neue Ideen und die mitbürgerliche Verantwortung sind die Kräfte, die die Vereinsarbeit in Wort und Tat belebten.“

Dies gilt auch noch heute.

Es gibt so viele Gründe, Mitglied im Verkehrsverein Uelzen zu werden!

Johann-Christian Meyer


Die Entwicklung des Vorstandes
vom Verkehrsverein Uelzen e.V. seit 1909

1. Vorsitzender August Mensching von 1909 bis 1921
Senator, Ehrenvorsitzender

Dr. Otto Dieckhoff von 1921 bis 1947
Oberstudiendirektor

Hans Matthias von 1948 bis 1950
Buchhändler

Hans E. Seidat
Gesch. Vorsitzender von 1950 bis 1951
Schriftleiter, Verlagsleiter, Ehrenmitglied

Wilhelm Thiermann von 1951 bis 1954
Rechtsanwalt

Peter Cordes von 1954 bis 1979
Senator, Dipl.-Ing., Ehrenvorsitzender

Jürgen Bode von 1979 bis 1988
Ratsherr, Konditormeister

Johann-Christian Meyer von 1988 bis 2008
Destillateur und Weinkaufmann

Hans Jürgen Bertram seit 2008
Rechtsanwalt und Notar

Quellenangabe:
„75 Jahre Verkehrsverein Uelzen, Bürger prägen ihre Stadt und ihr Umland“ aus „Der Heidewanderer“ v. 10. November 1984 von G. Bismarck

„Wenn auch manches noch der Verbesserung bedarf....“
Uelzen von 1956 bis 1972, Reimer Egge, 2003, ab Seite 84 und 172

Archiv „Verkehrsverein 1909 bis 2005", Christian Meyer, Uelzen

„50 Jahre Verkehrsverein Uelzen 1909 bis 1959“ von Stadtoberinspektor a. D. Kurt König aus der Festschrift von Hans E. Seidat

Der jetzige Vorstand:
Hans-Jürgen Bertram, 1. Vorsitzender
Carsten Reese, 2. Vorsitzender
Carsten Reese, komm. Kassenverwalter
Thomas Neidhardt, Schriftführer
Theo Gläser, stellvertr. Schriftführer

Anschrift: Veersser Str. 39, 29525 Uelzen